COP25 – war was?

Klima und Wetter sind nach vielfachen Bekenntnissen Zentralbereiche der Geographie an den Schulen. Da stellt sich die Frage: Warum kämpfen die Vertreter der Geographie in Schule und Wissenschaft nicht energisch gegen die unaufhörliche Beschneidung des Schulfaches gerade in Zeiten, in denen Klima und Wetter doch offensichtlch in der öffentlichen Meinung Hochkonjunktur haben? Warum? Hört noch jemand in der Geographie Appelle, z. B. von UN-Generalsekretär Antonio Guterres auf dem jüngst mühsam beendeten COP25 in Madrid: „Wir müssen [Anm.: MÜSSEN] 2020 [Anm.: nicht 2025, 2030, 2035…] liefern [Anm.: Nicht (nur) reden und beschönigen], was die Wissenschaft als Muss festgeschrieben hat, oder wir und alle folgenden Generationen werden einen unerträglichen Preis zahlen.“

Ja, spinnt der denn, oder hat er recht?

Und da ihm „spinnen“ aufgrund seiner herausragenden Funktion und seiner integren Persönlichkeit nicht zuzurechnen ist: Wenn er recht hat: Wo bleibt die laute Unterstützung der Geographie, der Klima und Wetter und damit auch der Klimawandel nach eigenem Bekunden so wichtig sind? Hat sich beispielsweise auch nur ein Fachkollege gegen die Zusammenfassung der rechtlichen Bedingungen gewandt, die den Schulen zu der Bewegung „Fridays for Future“ in Baden-Württemberg zugegangen ist? Ich kenne keine Stellungnahme der Geographie, auch des VDSG-Landesverbandes Baden-Württemberg nicht. Auch wenn die Rechtsabteilung des Ministeriums recht hat – warum erfolgt diese Zusammenfassung der rechtlichen Grenzen – die den Fachkollegen/innen ohnehin bekannt sein sollten – gerade jetzt, gewinnt von ganz alleine ein warnendes „Geschmäckle“ und beeinflusst die Behandlung von Klimawandel und seinen Folgen im Unterricht?

Es müsste doch gerade anders herum die Aufforderung an die Schulen ergehen, im Geographieunterricht aus aktuellem Anlass die fachlichen Grundlagen des Protestes der Jugendlichen allerorten nach unseren fachlichen und pädagogischen Kriterien zu behandeln …

Schade, dass wieder eine Chance vergeben wurde, Geographieunterricht zu stärken.

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