{"id":337,"date":"2018-03-26T22:51:35","date_gmt":"2018-03-26T21:51:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geographischebildung.de\/wordpress\/?p=337"},"modified":"2021-05-30T14:37:21","modified_gmt":"2021-05-30T13:37:21","slug":"nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=337","title":{"rendered":"Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Nachhaltigkeit<br \/>\n<\/strong><\/em>Der Verband Deutscher Schulgeographen kennzeichnet sich als Verband f\u00fcr \u201eNachhaltigkeitserziehung\u201c. Dieser Formulierung folgen allerdings nicht alle Landesverb\u00e4nde. Der Begriff &#8222;nachhaltig&#8220; stammt urspr\u00fcnglich aus der Forstwissenschaft, wurde aber im Jahre 1987 von der UN-Konferenz f\u00fcr Umwelt und Entwicklung unter Vorsitz der norwegischen Ministerpr\u00e4sidentin Gro Harlem Brundtland in ihrem Bericht \u201eOur Common Future\u201c in die damals aufkommende Umweltdebatte eingebracht. Unter Nachhaltigkeit verstand man die Befriedigung der Bed\u00fcrfnisse der Gegenwart, ohne zu riskieren, dass k\u00fcnftige Generationen ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse nicht befriedigen k\u00f6nnen. Heute wissen wir, dass nachhaltiges Wirtschaften und Verhalten unumg\u00e4nglich sind, aber f\u00fcr die reichsten Nationen der Welt Verzicht bedeuten m\u00fcssen: \u00a0Wenn wir f\u00fcr die gesamte Menschheit den Wohlstand durchsetzen wollen, den die reicheren L\u00e4nder heute genie\u00dfen, m\u00fcssten wir \u00fcber mindestens drei weitere Planeten wie die Erde verf\u00fcgen. Wir k\u00f6nnen nicht unendlich wachsen. An der Universit\u00e4t L\u00fcneburg gibt es bereits das Studienfach &#8222;Nachhaltigkeit&#8220;, und aus dem Rat f\u00fcr Nachhaltigkeit der Bundesregierung hei\u00dft es, dass das Thema Nachhaltigkeit immer st\u00e4rkere Bedeutung in der Wirtschaft erlangt: Organisation, Herstellung und Vermarktung von Produkten verlangen heute nach dem Pr\u00e4dikat &#8222;nachhaltig&#8220;.<\/p>\n<p>Das Schulfach Geographie will und muss das den Sch\u00fclern als eine seiner Hauptaufgaben vermitteln, st\u00f6\u00dft aber zu oft immer noch auf ablehnende Reaktion, denn die jungen Menschen wollen das konsumieren, was ihnen ihr marktwirtschaftlich orientiertes Umfeld anbietet, nachhaltig oder nicht. Der Geographielehrer \u00fcbernimmt hier eine schwierige, aber notwendige Aufgabe, weil sie zu seinem Fachverst\u00e4ndnis geh\u00f6rt. Damit handelt er noch gegen den \u00f6konomischen Mainstream, der inzwischen auf die fragw\u00fcrdige Formulierung &#8222;nachhaltiges Wachstum&#8220; setzt. Der Geographieunterricht\u00a0 erh\u00e4lt daf\u00fcr aber keine\u00a0 Anerkennung der gesellschaftlichen Institutionen, deren Vertreter gerne in Sonntagsreden von der Notwendigkeit der Nachhaltigkeit sprechen &#8211; was aber weitgehend formelhaft bleibt, denn es geh\u00f6rt wohl heute schlicht zum politischen &#8222;Sprech&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=6\"><em><strong>Mehr<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltigkeit Der Verband Deutscher Schulgeographen kennzeichnet sich als Verband f\u00fcr \u201eNachhaltigkeitserziehung\u201c. Dieser Formulierung folgen allerdings nicht alle Landesverb\u00e4nde. 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