{"id":349,"date":"2018-03-26T22:58:50","date_gmt":"2018-03-26T21:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geographischebildung.de\/wordpress\/?p=349"},"modified":"2021-12-14T09:32:26","modified_gmt":"2021-12-14T08:32:26","slug":"tourismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=349","title":{"rendered":"Tourismus"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Tourismus \/Overtourism<br \/>\n<\/strong><\/em>Zu Zeiten, in denen sogar die deutsche Schulferienregelung R\u00fccksicht auf die touristischen Gewohnheiten nimmt, erscheint es besonders schwierig, aus geographischer Sicht \u00fcber Sinn und Unsinn, Fluch und Segen des Tourismus zu unterrichten. Gleichwohl, auch das muss Inhalt des Geographieunterrichts sein. Niemandem soll sein wohlverdienter Urlaub vergrault werden, aber der Geographieunterericht muss die Folgen des touristischen Verkehrs in der Luft und auf dem Land in den Blick nehmen, muss bewusst machen, dass das verw\u00f6hnte Leben der eingeflogenen Touristen erhebliche Ver\u00e4nderungen der Lebenssituationen der Menschen in der Urlaubsregion zur Folge hat, muss umweltvertr\u00e4gliche M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine nachhaltige Erholung &#8211; sanften Tourismus &#8211; aufzeigen.\u00a0 Was bedeutet es f\u00fcr die 71000 Einwohner von Benidorm, wenn j\u00e4hrlich um die 3 Mio bade- und vergn\u00fcgungss\u00fcchtige Urlauber in ihre Stadt str\u00f6men? Warum haben die Einwohner von Mallorca erstmals im September 2017 Transparente hochgehalten: &#8222;Touristen raus!&#8220;? Gibt es Grenzen f\u00fcr die Ausweitung der Touristenstr\u00f6me? Der Geographieunterericht darf nicht verschweigen, dass manche Hochburgen des Tourismus noch immer heilige St\u00e4tten der dort lebenden Bev\u00f6lkerung sind, die es zu respektieren gilt: Machu Picchu wird in der Hochsaison inzwischen t\u00e4glich von bis zu 4000 Touristen &#8222;besucht&#8220; &#8211; urspr\u00fcnglich war das heute &#8222;\u00fcberv\u00f6lkerte, laute Freilichtmuseum&#8220; Oase der Stille und eine der wichtigsten religi\u00f6sen St\u00e4tten der Inka, in der etwa hundert Priesterinnen und Priester ihren Gottesdienst mit Gebeten und Fl\u00f6tendienst verrichteten. Oder der Touristenmagnet Ayers Rock im Herzen Australiens: Uluru, den &#8222;heiligen Berg&#8220;, suchen j\u00e4hrlich an die 250000 Touristen auf, von denen gut jeder zehnte nicht widerstehen kann, das Heiligtum der Aborigines in Freizeitkleidung und mit Photoapparat zu erklettern und oben zu picknicken. Das soll ab 2019 allerdings (endlich) verboten werden. Welche Auswirkungen auf die indigenen Bewohner des tropischen Regenwaldes haben die in Mode gekommenen &#8222;Amazonas Lodges&#8220;? Der Beispiele g\u00e4be es viele. Unterrichtsort in der Schule w\u00e4re der Geographieunterricht. Kann er das in der ihm heute zugestandenen Unterrichtszeit leisten? \u00dcbrigens: In welchem Schulfach wird &#8222;Tourismus&#8220; &#8211; wie sagt man heute &#8211; &#8222;problematisiert&#8220; und &#8222;probleml\u00f6sungsorientiert&#8220; unterrichtet? Raten Sie mal&#8230; Leicht zu erreichen: &#8222;Reisen und Tourismus&#8220; in: APuZ Nr. 50\/2021 v. 13. Dezember 2021.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=6\"><em><strong>Mehr<\/strong><\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tourismus \/Overtourism Zu Zeiten, in denen sogar die deutsche Schulferienregelung R\u00fccksicht auf die touristischen Gewohnheiten nimmt, erscheint es besonders schwierig, aus geographischer Sicht \u00fcber Sinn und Unsinn, Fluch und Segen des Tourismus zu unterrichten. Gleichwohl, auch das muss Inhalt des Geographieunterrichts sein. 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