{"id":79,"date":"2013-01-30T17:50:36","date_gmt":"2013-01-30T16:50:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.geographischebildung.de\/wordpress\/?p=79"},"modified":"2021-05-30T14:13:36","modified_gmt":"2021-05-30T13:13:36","slug":"das-geowissenschaftliche-profil-des-allgemeinbildenden-gymnasiums","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=79","title":{"rendered":"Das geowissenschaftliche Profil des allgemeinbildenden Gymnasiums"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Aus der <a href=\"http:\/\/www.erdkunde.com\/info\/Text 11.pdf\" data-wplink-url-error=\"true\">Festrede<\/a> in der Veranstaltung &#8222;100 Jahre VDSG&#8220; in Gotha<\/strong><\/h2>\n<p>(siehe hier unter &#8222;F\u00fcr eine starke Geographie&#8220;):<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich mag es heute, 100 Jahre nach der Gr\u00fcndung des Verbandes Deutscher Schulgeographen, angemessen sein, einen Vorschlag zu wiederholen, der zwar nicht \u2013 wie die Forderung nach zweist\u00fcndigem Geographieunterricht \u2013 100 Jahre, aber inzwischen doch 15 Jahre alt und auch nicht realisiert worden ist. Man mag einwenden, dass nach einer so kurzen Zeit Ungeduld fehl am Platze sei.<\/p>\n<p>Nach Zeiten strenger Regelungen f\u00fcr Schulen, was Lehrpl\u00e4ne, Bildungspl\u00e4ne oder Stundentafeln betrifft, befinden wir uns in einer Phase der Individualisierung der Schulen. Die Schulen entwickeln jeweils ihre eigenen Leitbilder, in denen bei aller Gleichheit doch ein jeweils eigener Akzent in ihrer Erziehungs- und Bildungsarbeit sichtbar wird. Ein vom Ministerium vorgegebenes \u201eKerncurriculum\u201c\u00a0 wird von der Kollegenschaft einer Schule um ein \u201eSchulcurriculum\u201c erg\u00e4nzt, das es der Schule erlaubt, eigene inhaltliche Schwerpunkte zu setzen. Einige Unterrichtstunden k\u00f6nnen von den Schulen nach eigenen Vorstellungen den Unterricht in F\u00e4chern oder in einem f\u00e4cherverbindenden Bereich erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Das allgemeinbildende Gymnasium ist der Grundtyp der Schulart \u201eGymnasium\u201c. Sie ist weiter aufgeteilt in weitere Typen mit bestimmten Profilen, beispielsweise das sprachliche, naturwissenschaftliche, musisch\/k\u00fcnstlerische , technische, sozialp\u00e4dagogische oder Sportgymnasium. Manche Gymnasialtypen gibt es nur als Oberstufe \u2013 etwa das Technische Gymnasium als Spezialtyp des Beruflichen Gymnasiums.<\/p>\n<p>Gymnasien erhalten ihr Profil durch zus\u00e4tzliche Stunden in ihrem Profilbereich, ohne dass das Ziel der Allgemeinbildung au\u00dfer Acht gelassen wird. Es gibt keinen Gymnasiumstyp mit geo- oder gesellschaftswissenschaftlichem Profil. Es gibt \u201eSchwerpunktschulen Geographie\u201c oder gymnasiale Oberstufen mit Geographie-Profil.<\/p>\n<p><strong>Aber es gibt keinen Gymnasiumstyp mit geo- oder gesellschaftswissenschaftlichem Profil von Anfang an. Es gibt nach meiner Kenntnis schon gar keine private Schule mit geowissenschaftlichem oder gesellschaftswissenschaftlichem Profil. Auch dazu k\u00f6nnte die Anregung von der DGfG an geeignete Schultr\u00e4ger ausgehen.<\/strong><\/p>\n<p>In der \u201eW\u00fcrzburger Erkl\u00e4rung\u201c haben schon im Jahre 1995 die Fachverb\u00e4nde der gesellschaftswissenschaftlichen F\u00e4cher Geschichte, Politik und Geographie folgenden Konsens erzielt:<\/p>\n<p>\u201eNur durch die Gesamtschau der drei F\u00e4cher [Geographie, Geschichte und Politik\/Gemeinschaftskunde] kommt die Sicht auf die menschliche Wirklichkeit zustande (\u2026). Eine angemessene Sicht der komplexen Wirklichkeit gewin\u00adnen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler durch alle drei F\u00e4cher gemein\u00adsam, denn Raum kann nicht ohne Zeit wahrgenommen wer\u00adden, Polis nicht ohne Raum und Zeit; Zeit, Raum und Polis aber konstituieren\u00a0 Lebenswirklich\u00adkeiten. \u00a0(\u2026) Diese F\u00e4cher sind in be\u00adsonderer Weise dazu bestimmt, die Pers\u00f6nlichkeit der Sch\u00fcle\u00adrinnen und Sch\u00fcler (\u2026) in einer demokratisch verfassten Gesellschaft zu entwickeln. Und damit ist politische Bildung zentrale Aufgabe des Staates, der sich dieser durch entspre\u00adchende Ausstattung der F\u00e4cher zu stellen hat.\u201c<\/p>\n<p>Einerseits in Hinsicht auf die besondere Bedeutung der politischen Bildung im Sinne der \u201eW\u00fcrzburger Erkl\u00e4rung\u201c, andererseits aber auch als Basis f\u00fcr die F\u00e4cher des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes in der Oberstufe des Gymnasiums sollten wir uns im Sinne einer verst\u00e4rkten und breiteren geographischen Bildung auf allen Ebenen daf\u00fcr einsetzen, ein \u201eGesellschaftswissenschaftliches Profil\u201c des Gymnasiums (G-Profil) neben die anderen, schon eingef\u00fchrten zu stellen. <strong>Das G-Profil w\u00fcrde das unterrichtliche Gewicht auf geowissenschaftliche und gesellschaftliche Prozesse und Zust\u00e4nde sowie ihre r\u00e4umlichen Auswirkungen im globalen, regionalen und lokalen Ma\u00dfstab legen, ohne sprachliche, musische oder naturwissenschaftliche Bildung zu vernachl\u00e4ssigen. Im Gegenteil:<\/strong><\/p>\n<p>Es\u00a0 b\u00f6ten sich einerseits je nach vorhandenen F\u00e4cherkombinationen der Lehrerinnen und Lehrer beispielsweise bilinguale Unterrichtsphasen\u00a0 an,<br \/>\nandererseits w\u00fcrde die Einbeziehung der Geographie Akzente naturwissenschaftlicher, vernetzender Bildung in den Mittelstufenklassen setzen, die heute so nicht vorhanden sind.<br \/>\nDie Integration der geographischen Feldarbeit in die unterrichtliche Arbeit und damit die Vereinigung von Theorie und Praxis w\u00fcrde erm\u00f6glicht.<br \/>\nDer innere Zusammenhang der drei F\u00e4cher erleichtert fach\u00fcbergreifendes und f\u00e4cherverbindendes Arbeiten, und<br \/>\ndie jeweiligen fachimmanenten Methoden beg\u00fcnstigen die Projektarbeit, die Anfertigung von Referaten oder einer Facharbeit.<\/p>\n<p><strong>Die Einf\u00fchrung eines G-Profils w\u00fcrde weiter beitragen zu mehr Freiheit und Verantwortung der Schulen bei der Entwicklung ihres p\u00e4dagogischen Profils. Das bedeutete einen erheblichen Beitrag zur qualitativen Weiterentwicklung der Schulen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Das w\u00e4re eine M\u00f6glichkeit, die geographische Bildung in Deutschland zu vertiefen und zugleich dem Schulfach Geographie eine starke Gewichtung wenigstens in einem gymnasialen Typ zu geben.<\/strong><\/p>\n<h5 style=\"text-align: right;\"><a href=\"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=6\"><em>Mehr&#8230;.<\/em><\/a><\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Festrede in der Veranstaltung &#8222;100 Jahre VDSG&#8220; in Gotha (siehe hier unter &#8222;F\u00fcr eine starke Geographie&#8220;): Schlie\u00dflich mag es heute, 100 Jahre nach der Gr\u00fcndung des Verbandes Deutscher Schulgeographen, angemessen sein, einen Vorschlag zu wiederholen, der zwar nicht \u2013 wie die Forderung nach zweist\u00fcndigem Geographieunterricht \u2013 100 Jahre, aber inzwischen doch 15 Jahre &hellip; <a href=\"https:\/\/www.geographischebildung.de\/?p=79\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Das geowissenschaftliche Profil des allgemeinbildenden Gymnasiums<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[20],"class_list":["post-79","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=79"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":670,"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/79\/revisions\/670"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=79"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=79"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.geographischebildung.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=79"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}